Tag der Arbeit…

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Im Pandemiejahr hat der Tag der Arbeit plötzlich eine ganz andere Bedeutung, als in der Vergangenheit. Viele Arbeitende wurden durch die Corona-Krise ausgebremst, dürfen ihrer Profession nicht nachgehen. Bei einigen gilt dieses Arbeitsverbot nun schon ein Jahr! In dieser Zeit nahm ich wahr, dass einige Gewerkschaften – ihre Mitglieder sind von diesem Berufsverbot eher nicht betroffen – für mehr Gehalt streikten und auf die Straße gingen. Ich halte das für ziemlich egoistisch. Und was ich bis heute auch vermisse, ist die Solidarität dieser Gewerkschaften mit denen, die zwar nicht bei ihnen oder einer Partner-Gruppierung organisiert sind, aber schon lange unter dem o.g. Verbot leiden (z.B. Selbstständige, MusikerInnen, KünstlerInnen). Wie wäre es, wenn Gewerkschaften dafür werben würden, dass eigene Mitglieder durch eine Art Lohnverzicht – mit meinetwegen 5% ihres eigenen Nettogehaltes – andere Branchen unterstützen würden? Und was ich von den Gewerkschaften schon viel länger erwarte, ist der Einsatz für Lohn-Gleichheit zwischen Frauen und Männern, zwischen Ost- und Westdeutschen. Natürlich bringt das nicht so viel Spaß, wie das Streiken, das Bambule machen oder die Auseinandersetzung mit uneinsichtigen Arbeitgebern. In unserer immer mehr zur Ellenbogengesellschaft verkommenen Lebensrealität, würde durch ein klein wenig mehr an Solidarität und Unterstützung für die Betroffenen der geschilderten Einschränkungen, jedoch ein positives Signal gesetzt werden.

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