Zu wenig Honigbienen?

(289)

Im Beitrag einer großen, Deutschen Wochenzeitung wurde kürzlich das Thema sterbender Bienenvölker behandelt. Gemeint waren dabei Honigbienen – also jene Exemplare, die von Menschen (ImkerInnen) gezüchtet und umsorgt werden.

Der Tonfall war beruhigend. Ja, Honigbienen verlören durch die Varroa-Milbe ganze Völker, aber es gebe zahlreiche Wildbienenarten, die (noch) nicht akut bedroht seien. Dass gerade ein umfassendes Insektensterben stattfindet, wurde dabei kurz eingeräumt aber nicht weiter beleuchtet.

Dabei schreitet diese Sterben – gemessen an der millionenjahrelange Entwicklungsgeschichte der Insekten – schon seit Jahren im Eiltempo voran.

In Regionen Chinas, Madagaskars oder Indonesiens übernehmen inzwischen Menschen die Bestäubung von Nutzpflanzen, weil zu wenig tierische Helfer zur Verfügung stehen. Dieser Akt wird aufwändig per Fadenpinsel vollführt. Fortschritt also, nur eben rückwärts.

Die Ursache des Insektensterbens sind schrumpfende Lebensräume und eine Landwirtschaft, die auf Intensität setzt und Pestizide eher großzügig als gezielt einsetzt. Natürliche Bestäuber werden so zur Mangelware.

Diesen Umstand sollte man nicht kleinreden. Nachhaltiges Handeln und eine naturnahe Lebensmittelproduktion sind gefragt. Es sollten also nicht nur Anforderungen an das Ökosystem gestellt, sondern ihm auch Zeit und Platz zur Erholung gegeben werden. Viele Betriebe haben das mittlerweile verstanden und ihre Arbeitsweisen entsprechend umgestellt. Andere Sägen weiterhin recht entschlossen am eigenen Ast.

(Foto: youtube.com/@wolfgang_hasselmann/videos)

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert