Politik und Sport …

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Regeln werden nicht aufgestellt, um sie situativ auszulegen – sondern um sie durchzusetzen. Das gilt überall. Auch bei Olympia.

Aktuell trifft es den ukrainischen Skeleton-Piloten Wladyslaw Heraskewytsch. Auf seinem Helm sind rund 20 Sportlerinnen und Sportler abgebildet, die durch den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine getötet wurden.

Doch Regel 50.2 der Olympischen Charta verbietet politische Botschaften an Wettkampfstätten. Konsequenz: Heraskewytsch wurde vom Start ausgeschlossen. Die IOC-Präsidentin verkündete die Entscheidung unter Tränen.

Man kann diese Regel kritisieren. Man kann ihre Auslegung hinterfragen. Aber sie existiert – und sie wurde angewendet.

Am Ende hat die Entscheidung jedoch mehr Aufmerksamkeit erzeugt als der Helm selbst es je vermocht hätte. Und genau das ist der Punkt. Die Diskussion ist lauter als das Symbol. Das ist kein Schaden – das ist Wirkung.

Denn eines darf nicht in Vergessenheit geraten: In der Ukraine sterben weiterhin Menschen. Täglich bringen Hunderte Drohnen und Raketen Zerstörung und Tod. Und das, obwohl manche einst vollmundig behaupteten, sie könnten diesen Krieg innerhalb eines Tages beenden.

Wegsehen ist keine Option.

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