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Eine Zwanzigjährige aus den USA beschloss, endlich die wahren Schuldigen ihrer vermurksten Kindheit zu finden: Meta und Google. Der Vorwurf? Von diesen Konzernen betriebene Plattformen wie Instagram und YouTube machen süchtig.
Schon mit sechs Jahren klickte sich die jetzige Klägerin – selbstverständlich völlig unbeeinflusst – durchs Netz und ließ sich dabei durch die „zufälligen“ Empfehlungen von Algorithmen treiben. So verbrachte sie mehr und mehr Stunden vor Bildschirm oder Handy. Und das genau ist das Geschäftsmodell der beklagten Tech-Giganten.
Ein US-Gericht bestätigtem seinem Urteil jetzt diesen Umstand und verdonnerte die Tech-Konzerne zur Zahlung von 6 Millionen Dollar. 3 Millionen als Schadensatz für die Klägerin und 3 Millionen als Bußgeld.
Für die Internet-Größen zwar nicht mehr als ein Trinkgeld, symbolisch aber schmerzhafter als jeder Shitstorm. Natürlich wurde Berufung eingelegt. Man hat ja Prinzipien.
Währenddessen dürften in den Vorstandsetagen schon die Nerven flattern – tausende ähnliche Klagen stehen an.
Der folgende, alte Spruch passt erstaunlich gut zum Thema: „Macht kaputt, was euch kaputtmacht!“ Denn – das dürfte zwischenzeitlich bei Vielen angekommen sein: Dauerbenebelung durch digitale Medien ist schlecht für Gehirn und Sozialverhalten! Ein immer größer werdendes, gesellschaftliches Problem, das alle Generationen betrifft.
Und ganz ehrlich: Ich unterhalte mich lieber mit echten Menschen als mit perfekt optimierten Maschinen, die mich einlullen und nur meine Zeit fressen!
