Schneechaos

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Mal ganz ehrlich, Leute: Was gern als „Schneechaos“ verkauft wird, ist nichts weiter als – Überraschung – Winter! Zugegeben, bei uns inzwischen ein seltenes Naturereignis. Wenn sich Väterchen Frost dann mal blicken lässt, gleich mit viel zu viel Vehrkehrsberuhigungsmaterial (-> Schnee). Die Winterdienste schieben Extraschichten und kämpfen sich zuerst durch die Hauptverkehrsadern. Menschen müssen ja zur Arbeit, Läden sollen beliefert werden und Maschinen haben zu laufen. Dass es irgendwo hakt – aus meiner Sicht – völlig korrekt und kaum zu verhindern. Statt in solchen Momenten selbst zu Schaufel und Besen zu greifen, wird lieber geschimpft. Wofür zahlen wir schließlich Steuern? Vor meiner Haustür wird auch nicht geräumt. Ich halte an unserem Eckgrundstück daher einen meterbreiten Weg für FußgängerInnen frei. Und wenn es sein muss, mehrmals täglich. Natürlich habe ich nebenbei noch meinen Job. Ich beschwere mich aber nicht. Mir macht das Ganze sogar Spaß. Frische Luft, Bewegung – mal ohne Fitnessstudio, nette Gespräche mit Nachbarn und dankbare Blicke von PassantInnen inklusive. Vielleicht täte uns allen etwas Demut sowie mehr Gelassenheit gut. In anderen Ländern ist es deutlich kälter, und während dort die komplette Infrastruktur zerstört wird, Menschen frieren, nicht kochen können (…), sitzen wir hier vorm warmen Kamin. Denkt bitte mal darüber nach.

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